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Aus der Geschichte von Apolda und Bad Sulza

19. Dezember 2014

Anfang Dezember ist der 32. Jahrgang der Apoldaer Heimat erschienen. Das Titelblatt zeigt eine Tuschzeichnung des vormals Schumannschen Hauses am Markt. Im Beitrag zu diesem Thema wird ein Stück der Marktgeschichte erzählt. Einige der Gebäude am Markt wurden im 18.Jh. erbaut und haben schon 250 Jahre Stadtgeschichte erlebt.
Ein grundlegender Beitrag hat die alten Urkunden von 1046, 1064 und aus dem 13. und 14. Jh. zum Gegenstand, in denen Sulza erwähnt wird. Von besonderer Bedeutung ist die Verleihung des Marktrechtes durch den König im Jahre 1064 an Sulza. Mit dem Marktrecht hatte Sulza jedoch noch kein Stadtrecht, obwohl dies auch heute noch oft so behauptet wird. Die Entwicklung Sulzas zur Stadt vollzog sich erst im 13. und 14. Jh. Als Stadt ist Sulza erstmals im Jahre 1353 urkundlich erwähnt.
Einen Blick in die Apoldaer Geschichte erlaubt auch der „Balkon der Prominenten“ in der Alexanderstraße. Er ist 2013 entstanden und zeigt u.a. David, den Strickermann, Louis Dobermann, Franz Schilling, Hugo Michel und Hugo Ruppe.
Zwei Beiträge befassen sich mit der Lutherkirche. Es wird der Architekt Friedrich Adolf Cornehls vorgestellt, der als Meisterschüler von Johannes Otzen 1891-1894 für den Fortgang der Bautätigkeit bei dem Kirchenbau sorgte. Es wird aber auch über den Beginn der Innensanierung der Kirche im Jahre 2014 berichtet.
An den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnern Beiträge, die sich mit der Lage in der Textilindustrie sowie mit dem Schicksal eines im Jahr 1915 gefallenen Apoldaers beschäftigen.
Etwa ein halbes Jahrhundert vorher im Jahre 1866 wurden mehr als 200 Apoldaer Opfer einer Choleraepidemie, über die in der Apoldaer Heimat berichtet wird. Die Ursachen der Epidemie waren damals noch nicht im Einzelnen bekannt, was die Bekämpfung der Krankheit sehr erschwert hat. In Erfurt forderte die Epidemie im gleichen Jahr 1450 Opfer, während Jena weitgehend verschont blieb.
An die Feuermelder im Straßenbild vergangener Jahrzehnte können sich sicher viele Leser erinnern. Der schrittweise Aufbau einer Feuermelde- und Alarmanlage für Apolda wird hier erstmals dargestellt. 1994 wurde das Notrufsystem für Feuerwehr, Schnelle Medizinische Hilfe und Polizei mit seinen öffentlichen Notrufmeldern stillgelegt.
Ein weiterer Beitrag stellt Hermann Greiner, einen Pionier der Porzellanphotographie, vor.
Schließlich wird an den Kinosaal des Lichtspieltheaters Kristall-Palast und an das „Kaufhaus für die Dame“ erinnert, die 2014 aus dem Stadtbild verschwunden sind.

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Tag des Offenen Denkmals 2014

21. September 2014

Am 13.9.2014 hat der Geschichtsverein zu einem Rundgang zum Thema „Farbige Glasfenster“ eingeladen. Damit wurde das zentrale Thema „Farbe“ zum diesjährigen Tag des Offenen Denkmals aufgenommen. Ausgangspunkt für die 16 Teilnehmer des Rundgangs war das Carolinenheim. Hier konnten die Glasfenster in der Kapelle (u.a. die Evangelisten Markus und Lukas sowie die Apostel Matthäus, Johannes, Petrus und Paulus) und im Speisesaal (u.a. der Schnitter, der Schmied und der Büchergelehrte) besichtigt werden. Im Anschluss waren in der katholischen Kirche St. Bonifatius die farbigen Glasfenster zu sehen, wobei eine Mariendarstellung mit dem Spinnrocken besonders in Erinnerung geblieben ist.
In der Stadt- und Kreisbibliothek bestand in der früheren Aula der Geschwister-Scholl-Schule die Gelegenheit, die Fenster mit den symbolischen Darstellungen der Weisheit, der Gelehrsamkeit, der Geografie, der Architektur und der Künste zu sehen. Den Abschluss bildeten die Fenster im Chor der Lutherkirche mit den christlichen Symbolen Pelikan (Opferbereitschaft), Hirsch (Sehnsucht des Menschen nach Gott), Lamm Gottes (Symbol der Auferstehung), Taube (Symbol für den Heiligen Geist) und Hahn (Symbol der Wachsamkeit).

Am 14.9.2014 fand ein Rundgang auf dem Apoldaer Friedhof statt, zu dem der Geschichtsverein gemeinsam mit dem Freundeskreis des Museums eingeladen hatte. Dieser Rundgang mit 26 Teilnehmern führte zu Gräbern, die in einem Zusammenhang mit dem ersten Weltkrieg stehen. Im ersten Weltkrieg sind etwa 680 Apoldaer gefallen. Nur wenige von ihnen wurden bald in die Heimat überführt und auf dem Apoldaer Friedhof beigesetzt (Beispiel: Grabstelle Opel). Eine Überführung von einem Soldatenfriedhof in Frankreich in die Heimat konnte auch noch zehn Jahre nach Kriegsende von Angehörigen veranlasst werden, wie das bei der Grabstelle Posern zutrifft. In einer größeren Zahl der Fälle wurde der Gefallene auf einem Soldatenfriedhof in der Fremde beigesetzt. Auf dem Grabstein der Familie in Apolda wurde jedoch eine Inschrift angebracht, die an den Gefallenen erinnert und angibt, wo er sein Leben gelassen hat. Eine Überführung in die Heimat war eher die Ausnahme.
17 Kriegsgräber auf dem Apoldaer Friedhof aus der Zeit des ersten Weltkriegs wurden für im Lazarett in Apolda verstorbene Soldaten angelegt.

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Über Burkhardtsdorf, Mühlen und andere Themen

23. November 2013

Der 31. Jahrgang der Apoldaer Heimat liegt jetzt vor und ist beim Apoldaer Geschichtsverein e.V. und in den bekannten Verkaufsstellen in Apolda verfügbar.
Ausführlich werden der Maurermeister Heinrich Burkhardt und die Siedlung Burkhardtsdorf an der Stadtgrenze Richtung Herressen behandelt. Heinrich Burkhardt (1859-1947) gründete 1883 sein Bauunternehmen und errichtete in Apolda zahlreiche Wohnhäuser, Industriebauten und auch die Herberge zur Heimat, das heutige Gemeindehaus der evangelischen Kirchgemeinde in der Jakobstraße. Die nach ihm benannte Siedlung Burkhardtsdorf entstand zwischen 1890 und 1922 und gehörte damals noch nicht zu Apolda. Als Bauherr und Bauunternehmer zeichnete Heinrich Burkhardt für die meisten Gebäude in Burkhardtsdorf verantwortlich.
Wer heute den Standort der Apoldaer Obermühle lokalisieren will, hat es nicht leicht. Der Mühlgraben und das Mühlgebäude sind seit Jahrzehnten verschwunden. Gleichwohl ist die Geschichte dieser Mühle von Interesse, war sie doch neben der Stadtmühle und der Niedermühle lange Zeit von großer Bedeutung für die Ernährung der Stadt. Oft wird auch die Sage von der Apoldaer Altweibermühle mit der Obermühle verbunden, die im Volksmund häufig als Kauzmühle bezeichnet wurde. Anders als die Apoldaer Obermühle existiert die Bockwindmühle von Krippendorf auch heute noch und kann besichtigt werden. In dem Beitrag über die Bockwindmühle wird auch dargestellt, wie der orkanartige Sturm „Kyrill“ diese Mühle im Januar 2007 zerstörte, die inzwischen wieder aufgebaut werden konnte.
In der Publikation wird an drei Künstler erinnert, die aus Apolda stammen bzw. viele Jahre in Apolda gewirkt haben. Der Bildhauer Lorenz Hörnig (1577-1624) und der Maler Wilhelm Zimmer (1853-1937) wurden in Apolda geboren. Im Februar 2013 verstarb der Maler Horst Jährling, der seine Kindheit und Jugend in Apolda erlebte und später jahrzehntelang in der Apoldaer Glockengießerei mitwirkte.
Die im Jahr 2006 veröffentlichte Abhandlung über Sonnenuhren in Apolda und Umgebung wird jetzt nach sieben Jahren fortgesetzt. Der Autor berichtet über weitere Sonnenuhren und darüber, warum nicht alle Sonnenuhren immer die richtige Zeit anzeigen.
Die preußischen Generale Gneisenau, Scharnhorst und Blücher wurden jahrzehntelang als Patrioten verehrt. In der NS-Zeit wurden sie besonders als Helden und Vorbilder dargestellt. Es überrascht dann nicht, wenn diese Generale unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg als Militaristen angesehen wurden, wie in einem Aufsatz der aktuellen Apoldaer Heimat nachzulesen ist. Seitdem gibt es in Apolda die in der NS-Zeit eingeführten Straßenbenennungen Blücherstraße, Gneisenaustraße und Scharnhorststraße nicht mehr, auch wenn die Verdienste dieser preußischen Generale schon seit Jahrzehnten wieder gewürdigt werden.

Stadtbrände haben in früheren Jahrhunderten oftmals größere Teile von Städten in Schutt und Asche gelegt. Mit „Feuer-Ordnungen“ hat man versucht, Bränden vorzubeugen. Dies zeigt auch die Apoldaer „Feuer-Ordnung“ von 1760, die in der Apoldaer Heimat vorgestellt wird.
Schließlich wird in der Publikation an das frühere Postamt in der Alexanderstraße und eine Villa in der Promenadenstraße erinnert, die in letzter Zeit aus dem Stadtbild verschwunden sind. Erinnert wird auch an die Eröffnung des Lohteiches vor 100 Jahren.

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Unbequeme Denkmale

15. September 2013

Beim Stadtrundgang des Apoldaer Geschichtsvereins zum Tag des Offenen Denkmals am 8.9.2013 waren diesmal unbequeme Denkmale besonders im Blickpunkt. In vorbereitenden Gesprächen einigten sich die Vereinsmitglieder darauf, dass es sich bei unbequemen Denkmalen um Gebäude mit Denkmalcharakter handelt, für die eine Nutzung in der Gegenwart schwierig ist und die daher oftmals auf Dauer in ihrem Bestand gefährdet sind.
Der Rundgang hatte in der Bahnhofstraße an der Villa Wiedemann (Bahnhofstraße 49, zuletzt Kindergarten Regenbogenhaus) und am früheren Postamt seinen Ausgangspunkt. Das Denkmal für die Opfer des Faschismus war hinter Bauzäunen sichtbar. In der Dr.-Külz-Straße standen die frühere Strickwarenfabrik Karl Köcher, das Druckereigebäude Dr.-Külz-Str. 8 und die frühere Kartonagenfabrik Ecke Eduardstraße/Dr.-Külz-Straße im Blickpunkt. Am Alexander-Puschkin-Platz gehörte die Aufmerksamkeit besonders dem Müller-Markt (Alexander-Puschkin-Platz 4) und dem früheren Kontakt-Kaufhaus. Einige Schritte weiter fand das Wohn- und Geschäftshaus Goerdelerstraße 4 Beachtung.
Zu jedem Objekt erfolgten durch Mitglieder des Geschichtsvereins Erläuterungen zur Bau- und Nutzungsgeschichte. Die einstmals eindrucksvolle Jugendstilfassade in der Goerdelerstraße 4 ist wohl kaum noch zu erhalten, nachdem das Objekt als Spekulationsobjekt gehandelt wurde, die Bausubstanz jedoch immer mehr verfallen ist. Das Objekt Alexander-Puschkin-Platz 4 hat nach der Sanierung durch den Drogeriemarkt Müller seinen Denkmalstatus verloren. Von den Laubengängen, den historischen Treppenhäusern und der historischen Fassade ist nichts mehr zu sehen. Eine Nutzungsperspektive hat das Fabrikgebäude in der Dr.-Külz-Straße 4, da sich hier Künstler Ateliers eingerichtet haben und das Gebäude nutzungsfähig gestaltet wurde.
Der Stadtrundgang zeigte mit konkreten Beispielen, welche Bedeutung die unbequemen Denkmale für das Stadtbild haben und wie viel Engagement für ihre Erhaltung erforderlich ist.

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Neue Publikation im Dezember 2012

25. November 2012

Das Spektrum der Beiträge in Heft 2 des 30. Jahrgangs der Schriftenreihe Apoldaer Heimat reicht von der Vereinsbrauerei Apolda bis zum Foyer Telemann in Wormstedt. Es reicht auch von der Gaststätte „Deutsche Eiche“ bis zu den Steinkreuzen im Kreis Weimarer Land und in Weimar. Im Mittelpunkt jedoch steht die 125jährige Geschichte der Vereinsbrauerei. Auch vor 1887 wurde in Apolda Bier gebraut, aber seit 1887 dominiert das „Vereinsbier“. In Apolda wird zu zwei Dritteln Vereinsbier getrunken, steht in alten Abhandlungen zu diesem Thema und gilt näherungsweise wahrscheinlich auch heute. Für die jüngere Brauereigeschichte ist vor allem kennzeichnend, daß die Apoldaer Brauerei im Gegensatz zu etlichen Brauereien (z. B. in Jena und Erfurt) eigenständig geblieben ist und sich mit ihrem Biersortiment am Markt behauptet.
Auch in der Gaststätte „Deutsche Eiche“ wurde im Verlaufe der Jahrzehnte sicher Vereinsbier getrunken. Jetzt wird an diese Gaststätte erinnert, da sie aus dem Stadtbild verschwunden ist.
In früheren Jahrhunderten hatten die Apoldaer dem Weimarer Fürstenhaus zu huldigen. Zum Regierungsantritt eines Fürsten, zur Geburt eines Prinzen oder zu anderen Anlässen fertigten der Stadtrat und die Gesamtheit der Stricker und Wirker kostbare Huldigungsschriften, in denen sie das Fürstenhaus rühmten. Derartige Huldigungsschriften werden jetzt hier erstmals vorgestellt.

Steinkreuze sind oftmals mit alten Geschichten von Bluttaten verbunden. Mit der Anfertigung eines Steinkreuzes wurde ein Teil der Schuld für diese Bluttat gesühnt, so wird berichtet. In der Apoldaer Heimat wird eine detaillierte Übersicht der im Umkreis von Apolda existierenden Steinkreuze gegeben, die für den Wanderer zu entdecken sind.
Die Nachrichtenübermittlung mit Hilfe von Briefen und optischen Signalen genügte im 19. Jh. nicht mehr den Ansprüchen. Um 1833 wurden elektrische Telegrafen entwickelt, die eine schnellere Übermittlung von Nachrichten ermöglichten. Lange vor der elektrischen Beleuchtung und den Elektromotoren fanden damit elektrische Geräte erstmals weite Verbreitung. Da in Apolda vor genau 150 Jahren eine Telegrafenstation eröffnet wurde, findet dieses Thema besondere Beachtung.
Als die Eisenbahnstrecken als Lebensadern des Landes angelegt wurden, kamen elektrische Telegrafen zum Einsatz, es gab aber auch eine Vielzahl von beschrankten Bahnübergängen, die mit Schrankenwärtern besetzt waren. Später gab es immer weniger derartige Bahnübergänge und einer der verschwundenen Bahnübergänge wird in der Apoldaer Heimat dokumentiert. Es handelt sich um einen Übergang bei Apolda-Nauendorf.
Im Umfeld von Apolda gab es mehrere Rittergüter, so auch in Flurstedt und Kötschau. Die Gutsherren beider Güter waren für lange Zeit die Freiherren von Lyncker. Diese Freiherren dienten oft am Weimarer Hof und werden jetzt näher mit ihren Biographien dargestellt.
Auszeichnungen für sehr gute Architektur kommen nicht so oft nach Apolda und in die umgebenden Orte. Um so mehr ist auf das Foyer Telemann als Neubau auf dem Kirchhof in Wormstedt hinzuweisen, der 2011 mit dem Thüringer Holzbaupreis gewürdigt wurde.

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Stadtrundgang zum Tag des Offenen Denkmals

12. September 2012

Der Stadtrundgang zum Tag des Offenen Denkmals am 9.9.2012 fand wieder eine große Resonanz. Im Mittelpunkt stand das Thema „Holz als Werkstoff im Baudenkmal“. Den Auftakt des Rundgangs bildete das Trauzimmer im Schloß mit seiner Holzdecke von 1529/1530 . Diese Holzdecke hat die Jahrhunderte gut überdauert und wurde 2007/2008 restauriert. Am Markt konnten die Teilnehmer des Rundgangs im Haus Nr. 12 viel über die Sanierung des Gebäudes erfahren, wobei z. B. der Dachstuhl und das Parkett besonders im Blickpunkt standen. Im Hof der Ritterstraße 37, des ältesten Fabrikgebäudes in Apolda, und in der Johannisgasse haben sich die charakteristischen Laubengänge erhalten.
Damit bot der Stadtrundgang eine Reihe von Einblicken in Räume und Höfe, die sonst nicht ohne Weiteres zugänglich sind.

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Teil 1 des 30. Jahrganges der Apoldaer Heimat

8. Juli 2012

Am 5. Juli wurde eine neue Publikation der Schriftenreihe vorgestellt. Im 30. Jahr des Bestehens der Schriftenreihe Apoldaer Heimat sollen zwei Publikationen erscheinen. Jetzt liegt eine Broschüre mit 51 Textseiten vor. Das Titelbild von Gerd Schnetter zeigt die Villa Opel in der Bachstraße und knüpft damit an mehrere Aufsätze im Heft an.
Thomas Bahr und Martin Dornheim haben die Spuren der Weltfirma August Opel verfolgt. Dieses Unternehmen wurde 1832 gegründet und exportierte beispielsweise Gänseleberwurst mit Trüffeln in viele Länder. Nach 1945 produzierte der VEB Fleischwarenfabrik in den Räumen der Firma August Opel. Dieser volkseigene Betrieb gehörte ab 1965 zum VEB Fleischkombinat Erfurt und wurde 1971/72 in den Schlachthof an der Buttstädter Straße verlegt. Sieben Mitarbeiter kauften im Jahre 1992 den Betrieb von der Treuhandanstalt. Heute führt die Thüringer Fleischwaren Produktions- und Vertriebs AG die Tradition der Fleischwarenproduktion in Apolda weiter.
Auf dem Betriebsgelände zwischen Bachstraße und Ritterstraße hatte seit Juli 1973 der neugegründete VEB Großküche seine Räumlichkeiten. In dieser Großküche wurden pro Tag bis zu 4300 Essenportionen für Schulen, Betriebe und Verwaltungseinrichtungen hergestellt.
Nach jahrelangem Leerstand kam es 2001/2002 zum Abriß der Gebäudesubstanz der Großküche. Jetzt entsteht an dieser Stelle der Wohnpark am Brühl der WGA Wohnungsgesellschaft Apolda. Die Architektin Anna Katharina Satzinger stellt in der Apoldaer Heimat ihr Projekt vor. Drei Baukörper entstehen entlang der Bachstraße, des Brühl und der Ritterstraße. Insgesamt entstehen 54 Wohnungen mit ein bis drei Zimmern. Charakteristisch ist die Lage der Wohnungen an Laubengängen.
Christian Misch vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie würdigt die 1889 – 1891 errichtete Villa Opel in der Bachstraße als prächtiges Wohnhaus, das alles übertraf, was bis dahin in Apolda an Wohnhäusern gebaut wurde. Er stellt aber auch klar, daß die Villa Opel keine Villa ist, da sie nicht innerhalb einer Gartenfläche oder eines Parks steht. Der Autor geht davon aus, daß das Palais Pringsheim in Berlin als Vorbild für die Apoldaer Villa Opel diente.
Karl Weise (1844-1926), der Architekt der Villa Opel, wird von Thomas Bahr vorgestellt. Karl Weise war von 1889 – 1896 als Großherzoglicher Landbaumeister im II. Verwaltungsbezirk des Großherzogtums in Apolda tätig. Er wirkte auch bei der Vorbereitung des Baus der Lutherkirche mit und veröffentlichte grundlegende Studien zur Gestaltung von protestantischen Kirchenbauten.
Über neue archäologische Ausgrabungen an der Apoldaer Bachstraße berichten Frank Jelitzki und Michael Schönfeld. Die Grabungen fanden im Jahre 2010 auf dem Baugelände statt, auf dem jetzt der Wohnpark am Brühl entsteht. Die Untersuchungen der Bodenfunde haben neue Erkenntnisse zur Siedlungs- und Stadtgeschichte von Apolda gebracht. Das Areal an der Bachstraße war im Mittelalter oft sehr feucht, als Folge der Nähe zum Schötener Bach. Bodenbefunde zeigen jedoch, daß an dieser Stelle schon im Zeitabschnitt zwischen 800 vor unserer Zeitrechnung und dem Jahr 100 unserer Zeitrechnung eine Siedlung bestand. An anderer Stelle wurde im Grabungsgebiet ein Brunnen gefunden, der im 16./17. Jh. verfüllt wurde.

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Neu gegründet: Apoldaer Geschichtsverein e. V.

4. Februar 2012

Die Arbeisgruppe Apoldaer Heimat will ihre Tätigkeit in einem eigenständigen Verein fortsetzen. 11 Personen gründeten am 26.1.2012 den Apoldaer Geschichtsverein e.V. Zweck des Vereins ist das Forschen, Zusammenstellen und Publizieren weiterer Erkenntnisse zur Geschichte der Stadt Apolda sowie der Region. Die bereits seit 1983 bestehende Schriftenreihe „Apoldaer Heimat“ wird durch den Verein weitergeführt.
In der Gründungsversammlung wurden Antje Pohle, Viola Wehling, Dieter Ullmann und Thomas Bahr in den Vorstand des Vereins gewählt. Der Jahresbeitrag wurde mit 15 Euro festgelegt.
Die Gründungsmitglieder fordern Freunde der Apoldaer Stadtgeschichte und der Regionalgeschichte auf, Mitglied im Apoldaer Geschichtsverein e.V. zu werden. Interessenten können sich per E-Mail mit Hilfe des Kontaktformulars dieser Internetseite melden. Eine entsprechende Mitteilung per Brief oder Karte an Dieter Ullmann, Louis-Braille-Str. 17, 99510 Apolda, ist gleichfalls möglich.
Besonders für auswärtige Interessenten an der Apoldaer Heimat wird durch den Verein die Eintragung in einer Abonnentenliste angeboten. Nach Erscheinen der Publikation wird der Verein den Abonnenten die jeweils neue Publikation gegen Rechnung (Preis des Exemplars zzgl. Versandkosten) zuschicken.

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Der Jahrgang 2011

1. Dezember 2011

Beim Wein unterscheidet der Kenner gute und weniger gute Jahrgänge. Wie die Leser den Jahrgang 2011 der Apoldaer Heimat beurteilen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
Das Titelbild und der erste Aufsatz der aktuellen Ausgabe beziehen sich auf das Jubiläum „150 Jahre Gasversorgung in Apolda“. Detlef Thomaszczyk stellt in seinem Beitrag heraus, daß der Bau des Gaswerkes und die Gasbeleuchtung in der Stadt auf die Initiative einiger Kaufleute zurückgehen. Franz Kreiter und Franz  Christoph werden hier beispielshalber genannt, da sie als Fabrikanten der Wollwarenbrache bekannt sind. Später gehörten die großen Gasometer zur Speicherung von Stadtgas zum Stadtbild.

Thomas Bahr stellt in seinem Aufsatz die Druckerei Liebeskind vor, die auf eine mehr als 80jährige Firmengeschichte zurückblicken kann. Paul, Rolf und Reinhard Liebeskind führten in drei Generationen die Druckerei. Nach 1990 ging Reinhard Liebeskind den Schritt vom Buchdruckerei-Handwerksbetrieb zur modernen und leistungsfähigen Druckerei mit Offsetdruckmaschinen. Er ist im Mai 2011 verstorben. Es bleibt zu hoffen, daß die Druckerei die gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwinden kann.

Vor zwei Jahren hatte Dieter Ullmann über die Geschichte von Wilhelm & Louis Zimmermanns Realschule, der späteren Geschwister-Scholl-Schule berichtet. Jetzt kann der Autor diesen Aufsatz mit einem Bericht zum Umbau der Geschwister-Scholl-Schule ergänzen. In dem ehrwürdigen Schulgebäude befinden sich nun die Stadt- und Kreisbibliothek und verschiedene Einrichtungen des Mehrgenerationenhauses (u.a. ein Seniorenklub und ein Frauen- und Familienzentrum).

Frau Viola-Bianka Kießling hat vor einiger Zeit ein Orgelkataster für Weimar und das Weimarer Land erarbeitet. Gestützt darauf steuert sie zur aktuellen „Apoldaer Heimat“ einen Aufsatz über die Orgellandschaft um Apolda bei. Nachzulesen ist, daß in der hiesigen Gegend zuerst die Apoldaer Martinskirche und die Niederroßlaer Kirche über Orgeln verfügten. Als Beispiele für die große Vielfalt der Orgeln in der Region um Apolda werden hier die Orgeln von Johann Christoph Adam Gerhardt in Wickerstedt, Kösnitz und Kötschau genannt. In den letzten Jahren konnten mehrere Orgeln saniert werden. Die Autorin fordert dazu auf, diesen Weg fortzusetzen und die Orgellandschaft weiter zur Blüte zu bringen.

Die Eltern des bedeutenden Mathematikers Max Koecher betrieben in Apolda eine kleinere Wirk- und Strickwarenfabrik. Georg Lohmann stellt diesen Mathematiker vor, der einst in Apolda die Bergschule besuchte und später als Professor in Münster und München und zeitweise auch in den USA wirkte.

Anne Feuchter-Schawelka hat im Museum Apolda Teile der Textilsammlung geordnet und inventarisiert. Diese Textilsammlung besitzt für Apolda als „Stadt der Wolle“ großen dokumentarischen Wert und sollte unbedingt erhalten und gepflegt werden. Die Vielfalt der Kollektionen der Wollwarenfabriken ist heute fast nicht vorstellbar. In der Textilsammlung des Museums ist beispielweise die indische Kollektion der Wollwarenfabrik Robert Peter aus dem Jahre 1913 dokumentiert.

Ernst Fauer ist auch durch seine vielfältigen Berichte über Glocken und Glockengießereien bekannt. Aktuell wird in seinem Beitrag die berühmte Petersglocke im Kölner Dom behandelt, die 1923 in Apolda gegossen wurde. Speziell geht es um den Klöppel der Petersglocke, der abgebrochen war und ersetzt werden mußte.

An die Ausgrabungen der Archäologen auf dem Markt im Jahre 2009 werden sich viele Apoldaer erinnern. Sie fanden vor der Neugestaltung des Marktplatzes statt. Thomas Grasselt, Michael Schönfeld und Klaus-Dieter Tischler, drei an den Ausgrabungen Beteiligte, dokumentieren jetzt ihre Ergebnisse. Im Mittelpunkt stehen dabei der Marktteich und das später an dieser Stelle angelegte Wasserbecken. Die baulichen Überreste dieses Wasserbeckens haben im Jahre 2009 auch das besondere Interesse der Apoldaer gefunden.

Aus dem Stadtbild sind in den letzten Jahren mehrere Gebäude verschwunden, die einst Bestandteil des Erscheinungsbildes der Stadt waren. Thomas Bahr und Martin Dornheim dokumentieren in diesem Zusammenhang beispielsweise das Union-Theater, das frühere Postamt 2 (später als Zahnklinik genutzt) und den „Augustiner“. Im abschließenden Beitrag der Publikation stellt Martin Dornheim den restaurierten Gedenkstein für die zum Jahresende 1921 verunglückten Feuerwehrleute vor.

Es bleibt die Hoffnung, daß der Jahrgang 2011 für die Leser ein guter Jahrgang wird.

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Stadtrundgang zum Tag des Offenen Denkmals

8. Oktober 2011

Der angekündigte Stadtrundgang zum Tag des Offenen Denkmals am 11.9.2011 mit dem Thema „Baudenkmäler des 19. Jahrhunderts“ fand eine gute Resonanz. 20 Teilnehmer folgten den Erläuterungen zur Großherzoglichen Bezirksdirektion (heute Polizeiinspektion), zum Zimmermannbau (heute Landratsamt), in der Lutherkirche, in der Pestalozzischule und in der Villa Opel. In Erinnerung bleiben unter anderem die Vorführung des Glockenspiels in der Lutherkirche und die Besichtigung der vor einigen Jahren neu entstandenen Aula der Pestalozzischule.

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